Gedanklich bleibe ich in Cramond

Woche 5 des Social Distancing und Home Office bricht an und gerade tue ich mich sehr schwer damit.

Es gibt jetzt kaum einen Spazierweg der Umgebung, den wir nicht gegangen sind und ich sehne mich so sehr danach meine Lieben in den Arm zu nehmen.

Leider macht mir auch die Pollenallergie zu schaffen, so dass wir den Wald, den ich so sehr liebe, auch meiden müssen.

Für uns alle heißt es weiterhin stark bleiben und diszipliniert die Regeln einhalten, auch und gearde über Ostern.

Ich versuche mir den Tag vorzustellen, an dem es heißen wird, dass Corona besiegt ist.

Es wird wahrscheinlich so sein, wie wenn das Ende eines Krieges bekannt gegeben wird. So müssen sich die Menschen gefühlt haben, als die Mauer gefallen ist. Als sie von der Front wieder nach Hause durften.

Dies gibt mir etwas Auftrieb und die Motivation weiter zu machen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.


Am Wochenende habe ich fleißg weiter an "Die Gezeiten von Cramond" geschrieben. Mittlerweile sind es 6 1/2 Kapitel und gut 16.000 Wörter.

Durch einen kleinen Tipp einer Testleserin ist mir ein zusätzlicher Handlungsstrang eingefallen, den ich sofort aufs Papier bringen musste. Es ist wirklich interessant wie unterschiedlich die Blickwinkel und Gedanken von Menschen sein können. Und wie ein einziger Satz einen Dinge einfallen lässt. Auf jeden Fall eine Bereicherung für meinen dritten Roman.


Übrigens wird in jedem Kapitel mindestens ein Song eingebaut, der die Stimmung der jeweiligen Szene einfangen und unterstreichen soll.

Somit wird es am Ende des Buches eine eigene Buch-Playlist geben. Zugegebenermaßen sind ganz viele meiner Lieblingssongs dabei und Menschen, die mich kennen, werden viel von mir in dem Buch wieder erkennen - so wie es auch bei den anderen zweien war.


Es wird in dem Buch auch viel um die allererste Liebe gehen. Ihr wisst schon, diese eine große Liebe, die noch unbeschwert und ohne jegliche negative Erfahrungen war. In der man bedingungslos geliebt und vielleicht auch den einen oder anderen Fehler gemacht hat, der einem eine Lektion fürs Leben erteilt hat, der einen geprägt und zu dem Menschen gemacht hat, der man heute ist.


Um das Buch noch realistischer und tiefgründiger zu machen, habe ich vor fast 20 Jahre alte, aufbewahrte Liebesbriefe meiner ersten Beziehung herauszukramen. Auch wenn ich diese Zeit natürlich nicht vergessen habe, möchte ich gerne noch einmal lesen, wie es damals war, was wir empfunden und gedacht haben. Es wird auf jeden Fall eine interessante Reise zurück in die Vergangenheit sein. Ich sehe schon, wie ich mir hier und da an die Stirn langen werde und mich fragen werde, was ich da bloß gemacht oder gesagt habe. Vielleicht werden auch uralte Wunden wieder ein wenig aufreißen, aber für meine Bücher und vor allen Dingen für meine geliebten Leser mache ich es gerne.


Auch dieses Mal möchte ich gerne Bilder von Cramond teilen, denn dies sind die Orte, an die ich gedanklich gerade viel zurückreise, während ich schreibe.

Kennt ihr auch diese Plätze, die euch einen Teil eures Herzens gestohlen haben? An denen ihr das Glück in seiner Reinform empfunden habt, an denen ihr gedacht habt, dass dies wirklich ein perfekter Tag war?

Vielleicht sagt ihr es mir in den Kommentaren.

Bleibt weiterhin gesund und zu Hause.




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© 2020 Esther Destratis